Kommentar |
Mo 14-16, DP 23-102 Beginn: 07.10.
Manet gilt als Maler des modernen Lebens. Das zeitgenössische Pariser Publikum dankte es ihm mit Spott und Belustigung: „Manets ‚Déjeuner [sur l’herbe]’ ließ die Wände [vor Lachen] erzittern“, beobachtete ein Zeitgenosse im „Salon der Zurückgewiesenen“ von 1863. Die „modernen“ Themen, die Manet wählte und die das Publikum offensichtlich irritierten, haben jedoch durchaus traditionelle, „klassische“ Wurzeln: Raffaels Parisurteil oder Tizians Venus standen gleichermaßen Pate wie Giorgiones Ländliches Konzert oder die Bildnisse Diego Velázquez’. Worin also liegt die „Modernität“ Manets? Dieser Frage wollen wir in dem Proseminar vor dem Hintergrund der Kunstkritik sowie mit Blick auf Manets Zeitgenossen (Courbet, Cézanne etc.) nachgehen; auch die Problematik einer Transformation traditioneller Formen und Themen in ein „modernes“ Ausdrucksmuster wird zu diskutieren sein. |
Literatur |
Edouard Manet, Ausst.-Kat., Paris und New York 1983; T. J. Clark, The painting of modern life. Paris in the art of Manet and his followers, London 1999; Michel Fried, Manet’s modernism. Or, the face of Painting in the 1860s, Chicago 1996; Hans Körner, Edouard Manet. Dandy, Flaneur, Maler, München 1996; Anne Coffin Hanson, Manet and the modern Tradition, New Haven 1977; Karl Herman Usener, Edouard Manet und die vie moderne, in: Marburger Jahrbuch 19, 1974, 9-32. Von den zahlreichen jüngeren Ausstellungskatalogen ist zu empfehlen: Edouard Manet, Ausst.-Kat., Wuppertal 2017. |