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Modernitätsnarrative (mit methodischem Schwerpunkt) - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer 066878 Kurztext
Semester SS 2009 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Studienjahr
Max. Teilnehmer/-innen
Credits Belegung Belegpflicht
Hyperlink http://www.uni-muenster.de/Soziologie
Sprache deutsch
Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export für Outlook
Di. 14:00 bis 16:00 woch 14.04.2009 bis 21.07.2009  Scharnhorststr. 121 - SCH 121.554         45
Gruppe [unbenannt]:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Schindler, Roland, Dr. verantwort
Studiengänge
Abschluss - Studiengang Sem ECTS Bereich Teilgebiet
Promotion (Dr. phil.) - Soziologie (68 149 1) - Prom.
Diplom - Erziehungswissenschaft (11 052 4) - Dipl. Päd. Modul DH2 A
Diplom - Erziehungswissenschaft (11 052 4) - Dipl. Päd. Modul DH2 D
Bachelor KJ (HRGe) - Sozialwissenschaften (BH 148 4) - B-KJ(HRGe)Sowi: M6
Bachelor (Kern-/Erg.fach) - Soziologie (BM 149 6) - B-Kommunikationswissenschaften: M6
Bachelor (2-Fach) - Soziologie (B2 149 4) - B-(2-fach)Soz.: M6
LA Berufskollegs - Wirtschaftslehre / Politik (27 976 3) - LA Berufsk.: M6
LA Gymn. u. Gesamtschulen - Sozialwissenschaften (25 148 3) - LA Gym/GS-Sowi: M6
LA GHRGe/HRGe - Sozialwissenschaften (24 148 3) - LA G/R/GS-Sowi: M6
Master of Ed. LA Bk. 2-F - Wirtschaftslehre / Politik (M7 976 8) -
Master of Ed. GHRGe/HRGe - Sozialwissenschaften (M2 148 8) -
Master of Ed. LA Gym/Ges - Sozialwissenschaften (M3 148 8) -
Prüfungen / Module
Prüfungsnummer Modul
16001 Wahlpflichtseminar/Vorlesung I - Bachelor (2-Fach) Soziologie Version 2004
16002 Wahlpflichtseminar/Vorlesung II - Bachelor (2-Fach) Soziologie Version 2004
16003 Wahlpflichtseminar mit methodischem Schwerpunkt - Bachelor (2-Fach) Soziologie Version 2004
17003 Wahlpflichtseminar aus dem Bereich: Vergleichende Sozialstrukturanalyse oder Kulturelle und ethnische Konflikte - Bachelor KJ (HRGe) Sozialwissenschaften Version 2004
16001 Wahlpflichtseminar/Vorlesung I - Bachelor (Kern-/Erg.fach) Soziologie Version 2006
16002 Wahlpflichtseminar/Vorlesung II - Bachelor (Kern-/Erg.fach) Soziologie Version 2006
16003 Wahlpflichtseminar/Vorlesung III - Bachelor (Kern-/Erg.fach) Soziologie Version 2006
16004 Wahlpflichtseminar mit methodischem Schwerpunkt - Bachelor (Kern-/Erg.fach) Soziologie Version 2006
17005 Wahlpflichtseminar aus dem Bereich: Vergleichende Sozialstrukturanalyse - Bachelor KJ (HRGe) Sozialwissenschaften Version 2004
Zuordnung zu Einrichtungen
Fachbereich 06 Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften
Inhalt
Kommentar

Wie kaum ein anderer Begriff firmiert der Begriff der „Moderne" als zentraler Angelpunkt der Entstehung der Soziologie als Wissenschaft, die sich um eine Diagnose der Gegenwartsgesellschaft bemüht, um ihre kennzeichnenden Merkmale zu bestimmen und mögliche Entwicklungslinien der Gesellschaft aufzuzeigen. Theorien gesellschaftlicher Modernisierung stehen der Soziologie seit ihrer Entstehung als Wissenschaft als Referenzpunkte zur Verfügung, weil die Abgrenzung der als modern bezeichneten Gegenwartsgesellschaft von „vormodernen" Gesellschaften eines der Themen der Soziologie ist, durch die sie sich als Wissenschaft selbst definiert.

Auffällig ist: In der gegenwärtigen sozialwissenschaftlichen Diskussion zur Diagnose der Gegenwartsgesellschaft wird der Begriff „Moderne" nicht mehr unreflektiert verwendet. Die „Konsequenzen der Moderne" (Giddens) werden reflektiert, die Moderne wird als „unvollendetes Projekt" (Habermas) vorgestellt, der Begriff der Moderne wird multipliziert (Eisenstadt), um die mannigfaltigen Ausformungen der Manifestation moderner Sozial- und Gesellschaftsstrukturen möglichst genau eingrenzen zu können; mit dem Begriff der Moderne wird ein Entwicklungsstadium der Gesellschaft bezeichnet, das nach Ulrich Beck durch personale Freisetzungsprozesse, Globalisierungsprozesse und das Eintreten globaler Umwelt- und Technik-Katastrophen, die als gesellschaftlich erzeugt reflektiert werden, in ein neues, reflexives Stadium eingetreten ist, so dass die erste von einer zweiten Moderne unterschieden werden muss. Für andere ist die Moderne als abgeschlossenes Zeitalter längst von der Postmoderne abgelöst worden (Foucault, Baudrillard, Lyotard, Derrida), weil die zentralen Merkmale der Moderne also etwa Rationalität, Zivilisation, Vernunft und Fortschrittsglaube im letzten Drittel des 20ten Jahrhunderts nachhaltig und irreversibel destruiert worden sind. Und Bruno Latour stellt gar fest, dass der Zustand der Moderne, wie er in modernisierungstheoretischen Ansätzen der soziologischen Gegenwartsdiagnose und Gesellschaftstheorie gefasst ist, nie erreicht worden ist, dass wir also nie modern gewesen sind. Er macht diese provokative These vor allem daran fest, dass die von den Theorien der „Moderne" postulierte Trennung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Subsystemen, also nach Niklas Luhmann etwa die strikte Unterscheidung zwischen Funktionssystemen der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft wie Politik, Religion, Wirtschaft und Recht, in der Praxis nicht beobachtet werden kann, weil sich hier die von den Differenzierungstheorien als voneinander getrennt gefassten Bereiche regelmäßig vermischen. Ohne diese Vermischung können nach Latour keine Akteur-Netzwerke entstehen, die als Assoziationen Praxis erst ermöglichen.

Mit der vielfältigen Verwendung, Revision, Diskussion und Zurückweisung des Begriffs der Moderne rücken gesellschaftliche Transformationen und Veränderungen in den Mittelpunkt der Gegenwartsdiagnose und der Gesellschaftstheorie. Die soziologische Zeitdiagnose steht folglich vor neuen Herausforderungen, die sich vor allem an einer Kritik der Modernisierungstheorie festmachen. Das Seminar, das sich an fortgeschrittene Studierende des Bachelor-Studienganges wendet, greift diese Diskussion auf, indem die wichtigsten Modernitätsnarrative anhand ausgewählter Texte untersucht werden.

Leistungspunkte können über ein Referat oder eine Hausarbeit erworben werden.

Literatur

Reckwitz, Andreas 2008: Moderne. Der Kampf um die Öffnung und Schließung von Kontingenzen, in: Moebius, Stephan und Andreas Reckwitz (Hg.): Poststrukturalistische Sozialwissenschaften, Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 226-244.

Schwinn, Thomas (Hg.) 2006: Die Vielfalt und Einheit der Moderne. Kultur- und Strukturvergleichende Analysen, Wiebaden: VS Verlag.


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SS 2009 , Aktuelles Semester: WiSe 2022/23